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Transsexualität ist keine psychische Krankheit - richtig oder diskrimierend?

    • Transsexualität ist keine psychische Krankheit - richtig oder diskrimierend?

      Transsexualität ist immer noch auf der WHO-Liste unter geistigen Krankheiten gelistet. Transsexuelle Menschen als "geistig krank" zu nennen, verstärkt die Diskriminierung.

      Zahlreiche Länder haben die WHO bereits aufgefordert, den Begriff von der Liste zu streichen. Sogar das Europäische Parlament hat im September 2011 eine Resolution verabschiedet, in der die WHO aufgefordert wird, Transsexualität nicht länger als geistige Krankheit zu betrachten. Trotzdem hat sich bis heute nichts geändert.

      Die WHO ist dabei, die Klassifizierung erneut zu prüfen. Es ist an der Zeit, laut und deutlich zu fordern: Transsexuelle Menschen sind NICHT psychisch krank. Genauso wie Homosexualität 1990 von dieser Liste gestrichen wurde, ist jetzt der Moment gekommen, transsexuelle Menschen nicht länger zu diskriminieren.

      Ich fordere Sie auf, in der Überarbeitung der ICD 11 (International Classification of Diseases 11. Revision), die in Kürze stattfinden wird, Transsexualität nicht länger als psychische Krankheit zu listen.

      Bitte unterstützt alle diese internationale-Petiton an die WHO.
      change.org/petitions/who-trans…chische-krankheit-notsick
      Man muss übrigens keine Frau oder Ts sein um die Petition zu unterstützen. :)

      :thumbsup:
      Grüße, Ina Kayla
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      Auch wenn es vllt. diskriminierend ist, aber nur so bekommen finanziell Schwache auch die Haupt-OP und anerkannte Nebenleistungen von den KV (gesetzlich wie privat) finanziert. Solange dies nicht geklärt und verankert ist, wäre ich bei der Petitionsunterzeichnung vorsichtig.

      Andernfalls fällt das dann künftig unter kosmetische Korrekturen, denn [ironie]schließlich ist ja nur wichtig, das die Papiere und die gesellschaftliche Anerkennung stimmen[/ironie].
      I think you get two lives. The one you're born into and the one you chose, [...]
      from Blue Bloods - Season 2, Episode 14 "The live we chose"
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      Kann ABCecker nur zustimmen!
      Ich sehe es zwar persönlich auch nicht als Krankheit, doch in Zeiten in welchen die Krankenkassen den Rotstift bzgl. Leistungstreichungen sehr großzügig ansetzten, wäre ich sehr vorsichtig mit solchen Aktionen.
      Denn der Schuss könnte durchaus sehr zum Nachteil der Betroffenen nach hinten los gehen.
      Woran erkennt man, dass man erwachsen wird?

      ... wenn die Monster aus dem Kleiderschrank in den Briefkasten umziehen .. ;)
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      @Nastasia & ABCecker
      :D
      Solche Bedenken sind schon oft geäußert und ausdiskutiert worden :twisted: .

      In meinem transworld Blog habe ich ausführlich darüber Berichtet, wir ausführlich das Thema Diskutiert: :biggrinangel:
      transworld.realtruth.de/4934/transsexualiat-erforscht/
      transworld.realtruth.de/4444/n…tat-aufgetaucht/#comments
      trans-health.info/

      Tatsache ist: ( Zitat Dr. Dr. H. Haupt Neuropsychloge Transevidence ev.)
      "Dieser körperliche Zustand ist keine Krankheit, aber meistens mit existenziellem Leid verbunden, das an die tiefste Wurzel geht. Daher muss man medizinisch etwas tun, denn Nichtstun wäre medizinisch ausserordentlich riskant (s. z.B. Suizidraten von transsexuellen Menschen). In der Medizin wird man schliesslich nicht nur bei Krankheiten aktiv, sondern auch bei bestehenden Risiken krank zu werden (siehe intensivmedizinische Betreuung von Frühgeborenen, eine Frühgeburt ist auch keine Krankheit!). Daher sind die Krankenkassen auch bei transsexuellen Menschen leistungspflichtig, auch wenn Transsexualität aus dem psychiatrischen ICD-Katalog der WHO gestrichen wird."

      Im Interesse Aller, kann ich nur an alle appelieren, die reale Sachlage noch mal zu überdenken, und diese Petition unbedingt zu Zeichnen, Danke.

      Ps:
      Auch wenn diese Initiativen von den ca. 90% der Ts, die nicht im rötlich angehauchten Spären Berufstätig sind, initiert wurden, solltet ihr das auch auch Unterstütze, denn auch ihr, geniest ( schon immer ) auch die Früchte solcher Arbeit.

      Doch nicht nur Trans-X Menschen, profitieren dadurch,
      auch männliche Partner und Liebhaber von Ts!

      Auch wenn diese 90% als >unertäglich Asexuell< angesehen werden, haben sie schon Recht, wenn sie sagen Wasser siedet bei 100 Grad...
      Mir gefällt diese völlige asexualität ja auch nicht, ich selber bin eine 'Zaunreiterin', eine Hexe, die Genzgängerin.

      Nur eines bin ich nicht:
      Psychisch unheilbar Krank,
      wegen meiner Ts-Vergangenheit. Und es mach mich stinke wütend, wenn ich diesen 'Bullshit' höre, alles nur lügen...

      :thumbsup:
      Grüße, Ina Kayla

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ina Kayla ()

    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      Gegen welches Leid müsste man denn dann behandeln?
      Ich lese das so oft und immer wieder frage ich mich: Was kommt dann?
      Also Ina: Was genau kann noch behandelt werden, wenn TS aus dem ICD gestrichen wird?
      Wie kann man TS mit Homosexualität vergleichen? Homosexuelle Menschen benötigen keine medizinischen Maßnahmen. Man schuf diese ja ab.
      Ich werde hier gerne diskriminiert. Denn nur so können transsexuelle Frauen die wenigen Rechte abverlangen, die andere Frauen nicht bekommen. Du weisst sicher aus eigener Erfahrung, dass man es 99,9% der TS-Frauen ansieht. Stealth ist für diese ausgeschlossen. Insofern ist das alles doch nur ein Hirngespinnst, denn die allermeisten TS-Frauen, werden das TSG und die durch den ICD indizierten Leistungen dringend brauchen.

      SOLANGE KEIN MEDIZINISCHER NACHWEIS VON TS EXISTIERT, WÜRDEN TS-FRAUEN ANSONSTEN EINFACH AUS DEM LEISTUNGSKATALOG NICHTS BEKOMMEN. JEDE MAßNAHME MÜSSTE ERSTRITTEN WERDEN, WAS NORMAL MINDESTENS SO UM DIE 3 JAHRE DAUERT.

      Mir ist das alles egal. Ich lebe stealth und gehe gut durch. Mir tut es nur um all die jungen Frauen leid, die dann nicht mal mehr mit 18 etwas bekommen, deren Gesicht vermännlicht, deren Bart sich richtig entwickelt und deren Körperbau irreperabel zerstört wird. Denn erst dann kann ja ein Leidensdruck nachgewiesen werden.

      Ich danke euch jetzt schon dafür. Denkt doch einfach mal über den Tellerrand!
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      "justine" schrieb:

      Gegen welches Leid müsste man denn dann behandeln?

      Also Ina: Was genau kann noch behandelt werden, wenn TS aus dem ICD gestrichen wird?

      (Siehe Antwort..!)


      Scheinen IST von Superadmin Carlos, als unerwünschter Stiel Gebrandmarkt worden..
      (siehe Forenregeln)
      SOLANGE KEIN MEDIZINISCHER NACHWEIS VON TS EXISTIERT, WÜRDEN TS-FRAUEN ANSONSTEN EINFACH AUS DEM LEISTUNGSKATALOG NICHTS BEKOMMEN.

      Denkt doch einfach mal über den Tellerrand!


      In der Medizin wird man schliesslich nicht nur bei Krankheiten aktiv, sondern auch bei bestehenden Risiken krank zu werden!

      Siehe z.B. intensivmedizinische Betreuung von Frühgeborenen, eine Frühgeburt ist auch keine Krankheit!.

      Daher sind die Krankenkassen auch bei transsexuellen Menschen leistungspflichtig, auch wenn Transsexualität aus dem psychiatrischen ICD-Katalog der WHO gestrichen wird.

      Juntines Zynissmus ist daher völlig unangebracht. Da er von fehlerhaften, wissenschaftlichen Fakten ausgeht.
      Und du bist ja so stolz darauf Sterz zu leben, ja bildest dir was darauf ein.Doch die miesen Sterz-Zeiten sind bald vorbei.
      Viele die heute bewußt NICHT Sterz Leben, könntes es leicht tun, wie sie z.B.
      Kim Petras

      Transsexualismus ist erforscht!
      Es gibt bereits die Möglichkeit einer medizinisch technische Diagnose.
      Mehr dazu: transworld.realtruth.de/6541/m…tik-fur-transsexualitaet/
      :mrgreen:
      Grüße, Ina Kayla
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      Typisch!
      Erstens bin ich kein "er" und zweitens keinerlei Antwort auf diese berechtigten Fragen.
      Hirngespinnste!

      Edit: Nachträglich ein vorausgegangenes Posting zu editieren ist wirklich ziemlich untere Schiene. Sorry! Manchmal kann ich die political correctness nicht aufrecht erhalten.
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      Hi,

      Frankreich hatte ebenfalls TS aus dem Katalog gestrichen gehabt, das Transexualität keine Geisteskrankheit ist, und Nachteile gab es dann nicht, ganz im Gegenteil viele Bürger in Frankreich kommen damit irgendwie besser Klar, jetzt mit TS.

      Und Ina ich hab da unterschrieben, diese Diskussionen über Sinn und zweg habe ich in Tausend andere Foren gelesen, deswegen auf Solche Diskussionen lass ich mich schon lange nicht mehr ein.

      Ich unterstütze diese Petition.
      Ich bin Lieb und Frech zugleich, doch mein Herz ist für alle Menschen da :)

      Die Sonne und der Schatten Prallen aufeinander doch beides kann nicht ohne das andere Existieren, Wenn die Sonnenblume einst nicht mehr das Licht sieht verwelkt es und verkümmert innerlich, doch wo Schatten ist auch das Licht das eines Tages mein Herz wieder erstrahlen lassen wird, meine Kraft ist stark und keiner wird mich jemals wieder mehr brechen, den ich weiß, es gibt da welche die mich auffangen wenn ich einst mal wieder in die Tiefe fallen werde. <3
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      "Sunflower Sassy" schrieb:

      Hi,

      Frankreich hatte ebenfalls TS aus dem Katalog gestrichen gehabt, das Transexualität keine Geisteskrankheit ist, und Nachteile gab es dann nicht, ganz im Gegenteil viele Bürger in Frankreich kommen damit irgendwie besser Klar, jetzt mit TS.

      Und Ina ich hab da unterschrieben, diese Diskussionen über Sinn und zweg habe ich in Tausend andere Foren gelesen, deswegen auf Solche Diskussionen lass ich mich schon lange nicht mehr ein.

      Ich unterstütze diese Petition.

      Wen in der Bevölkerung interessiert, unter welcher Katalognummer ein Leiden geführt wird? Niemand wird als "geisteskranker Mann" eingestuft, der keiner ist. Meine Psychologin hat sich entschuldigt, dass wir dieses Hilfskonstruktion wählen müssen, um Leistungen zu bekommen. Sie kannte aber auch keinen besseren Weg.

      Wenn ich den Kreis der Transsexuellen sehe, deren Lebensweg ich seit Jahren verfolge, wird jede uneingeschränkt als Frau gesehen und wurde das auch während der Behandlung. Es gibt allerdings in der Tat auch Betroffene, die alles andere als Transsexuell sind und ganz zu Recht als "verwirrte Männer" einzustufen sind.

      Es gibt darüber hinaus so ein paar merkwürdige Gestalten, die mit allerlei Klagen Unruhe stiften. Niemand weiß warum, niemand weiß was besser werden soll, aber es besteht immer die Gefahr, dass es schlechter wird.

      Darum eine einfache Frage. Als was wollen die Klagenden eingestuft werden und wie soll es Diagnostiziert werden? Wir sind ja gar nicht krank; mein Körper zumindest hatte keine funktionale Probleme und mein Verstand war auch reichlich unbeschadet. Auf welcher Basis soll eine Krankenkasse Behandlungen bezahlen? Keine Krankheit, keine Behandlung. Das ist ganz einfach.

      Wer etwas verändern will, sollte sich nicht darauf beschränken zu sagen, was er nicht will, sondern muss formulieren, was er genau will. Ich verstehe einige Aktivisten so. Transsexualität ist keine psychische Erkrankung, nur die Betroffenen selber können sagen, was sie benötigen, die Krankenkassen müssen bezahlen, was die Transsexuellen selber für richtig halten. Ein schöner Ansatz, aber so funktioniert das nicht.
      "Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen.
      Allein um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben."

      Georg Christoph Lichtenberg
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      "Bärbel" schrieb:

      Als was wollen die Klagenden eingestuft werden und wie soll es Diagnostiziert werden? Wir sind ja gar nicht krank; mein Körper zumindest hatte keine funktionale Probleme und mein Verstand war auch reichlich unbeschadet. Auf welcher Basis soll eine Krankenkasse Behandlungen bezahlen? Keine Krankheit, keine Behandlung. Das ist ganz einfach.


      Nach deiner Logik müssen Frauen also für ein Geburt mit Kaiserschnitt selber bezahlen!

      Auch Früh-geborene werde nicht mehr versorgt, nur auf eigene Kosten und die Trennung von Siamesischen Zwillingen, wird nach deiner Logik nicht von der GKV bezahlt.

      Du hast meine vorhergehenden Ausführungen, offensichtlich nicht gelesen. Jedenfalls hast du null Ahnung, das ist längst in Foren ausdiskutiert von denen du noch nie gehört hast.

      Es ist immer dass am schwersten zu verstehen , was man nicht verstehen will!
      :sensemann:
      Grüße, Ina Kayla
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      "Ina Kayla" schrieb:

      Nach deiner Logik müssen Frauen also für ein Geburt mit Kaiserschnitt selber bezahlen!

      Falsch, denn ohne Kaiserschnitt würde das Kind oder die Mutter einem hohen Risiko ausgesetzt werden. Nur weil die Mutter meint, ihr sie oder Kind braucht das, gibt es aber keinen Kaiserschnitt. Es erfolgte eine DIAGNOSE. Und danach behandeln Ärzte. Du verstehst? Zuerst eine Diagnose, dann eine Behandlung. Und genau das passiert heute. Es gibt eine Diagnose auf Transsexualität und dann, wenn man es will, Behandlungen. Das ist gut, oder?

      "Ina Kayla" schrieb:

      Auch Früh-geborene werde nicht mehr versorgt, nur auf eigene Kosten

      Stirbt man an Transsexualität? Es betonen doch alle immer wieder, dann man kerngesund ist. Bei Suizidgefährdung steht jedem eine Therapie offen, auch Transsexuellen. Geistesgestört ist man darum nicht. Allein schon der Begriff entstammt dem Mittelalter. Du solltest Dich ein wenig mit Psychologie beschäftigen.

      "Ina Kayla" schrieb:

      und die Trennung von Siamesischen Zwillingen, wird nach deiner Logik nicht von der GKV bezahlt.

      Die Trennung von siamesichen Zwillingen wird medizinisch kontrovers diskutiert.

      "Ina Kayla" schrieb:

      Du hast meine vorhergehenden Ausführungen, offensichtlich nicht gelesen.

      Nein, es war zu wirr, zu unstrukturiert und erbärmlich formatiert. Ich bekam Augenkretze und sprang zum nächsten Beitrag. :lol:

      "Ina Kayla" schrieb:

      Jedenfalls hast du null Ahnung, das ist längst in Foren ausdiskutiert von denen du noch nie gehört hast.

      Dann wäre es doch sinnvoll, wenn die Diskussion in solch geschlossenen Welten bleibt.

      "Ina Kayla" schrieb:

      JEs ist immer dass am schwersten zu verstehen , was man nicht verstehen will!

      Richtig, darum bemerken einige auch nicht, dass der Weg bei uns problemlos und bestens unterstützt wird. Einzig die Gutachterkosten zur Vornamensänderung gehören meiner Meinung nach minimiert. Aber wer kei Geld hat, bekommt Prozeßkostenhilfe und für andere sind es unbedeutende Anteile der Gesamtkosten. Man könnte dafür auch ein paar Schuhe mehr kaufen, darum sollten die Gutachtenkosten gedeckelt werden.

      Alles andere ist absurdes Geschwätz. Wer Kim Schicklang einmal erlebt hat, braucht solche Arten der Diskussionen nicht. Sie gehört zu den Menschen, durch die sich weit geöffnete Türen wieder verschließen.

      Macht doch alle, was ihr wollt. Wenn ihr glaubt, dass es Vorteile für Euch bringt, klagt und verändert. Ihr solltet aber erkennen, dass ihr von kaum einer Seite der Betroffenen Unterstützung bekommt. Vermessen finde ich darum Gruppen, die sich als Vertretung aller Transsexuellen präsentieren. Das war beim Zentralrat der Transsexuellen ebenso absurd, wie es bei heutigen Gruppen ist. Klagt für Euch selber oder für die Unterzeichnenden, aber bitte nicht im Namen von anderen.

      Es geht nur um die politische Kariere der Rädelsführer, die sich ebenso wie Monika S. eine Nische in der Gendertruppe der Grünen und Linken reservieren wollen. Aber das werdet ihr noch bemerken, nachdem ihr von den Wagen bespannt worden seit.

      Viel Spaß bei öffentlichen Auftritten und lebenslangen Zwangouting. Wer sich freiwillig in die Mitte begibt, wird sich dort wohlfühlen müssen.
      "Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen.
      Allein um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben."

      Georg Christoph Lichtenberg
    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      Jetzt muss ich mal eine ganz ketzerische Frage stellen: ist es etwa nicht krank, wenn ein Mensch mit einer weiblichen Seele in einem männlichen Körper leben muss bzw. umgekehrt? Ich finde schon den Gedanken krankhaft. Dass viele Betroffene darunter leiden und somit eine Symptomatik zeigen, die starke Ähnlichkeit mit einer schweren psychischen Erkrankung aufweist, ist doch symptomatisch und nix Neues.

      Ich denke, das Problem einiger Menschen mit dem Begriff "Krankheit" liegt darin begründet, dass viele Menschen flapsig sagen, "du bist doch krank", wenn man etwas Ungewohntes tut oder anders ist als die "Norm" (wie auch immer die in diesem Moment definiert werden mag). Es liegt aber ein riesiger Unterschied zwischen einem nicht gesunden Zustand (also dem Krank-Sein) und der eigentlich unzulässigen Vermengung der Begrifflichkeiten, wenn es darum geht, jemanden als geistig gestört zu bezeichnen. Wenn eine Mutter zu ihrem Kind sagt, es sei nicht richtig im Kopf, weil sie nicht versteht, dass das Kind unter dem Borderline-Syndrom leidet, dann glaubt sie, das Kind ticke nicht richtig im Kopf; was sie aber in Wirklichkeit damit ausdrücken will, ist, dass das Kind sich nicht so verhält, wie sie es erwartet. Gegen den einen Sachverhalt (sich nicht "normal" verhalten) kann ein Betroffener etwas tun, wenn er/sie es will; gegen den Zustand, sich mit sich selbst "krank" (weil nicht vom Geschlecht her passend) zu fühlen, kann man sich nicht wehren, das ist kein gesunder Zustand.

      O.k., im Deutschen haben wir nicht die Möglichkeit, zwischen dem Zustand des Nicht-Gesund-Seins und dem Zustand einer ev. heilbaren Krankheit, die von außen kommt (z.B. durch Bazillen), zu unterscheiden. Genau dieser Unterschied ist es aber, der hier wichtig ist: ein Mensch, der sich in seinem Geburtsgeschlecht nicht wohl fühlt und daran erkrankt, IST krank. Punkt. Aber nicht, weil er sich unnormal verhalten möchte.
      Daher ist der Unterschied, der meines Erachtens (wie gesagt, ich bin kein Betroffener!) hier zu sehen und zu bewahren ist, der, dass die Anerkennung der Transsexualität als nicht gesunder Zustand absolut in Ordnung sein dürfte; diese Anerkennung sollte man aber nicht so verstehen, dass dieser Zustand "heilbar" ist.

      Aus dieser Warte heraus verstehe ich sehr gut, warum einige Betroffene der Ansicht sind, dass diese Unterschriftenaktion kontraproduktiv ist. Aus rein juristischer Sicht muss ich dieser Befürchtung zustimmen.

      Schöne Grüße, Nico
      Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. (Konrad Adenauer)
    • Einen dicken Kuss an alle

      Hallo Zusammen,

      da ich geschwätzige Elster auch hier schon wieder 1000 Beiträge geschrieben haben, möchte ich mal wieder innehalten und ein Resümee abgeben. Einen Dank an dieser Stelle zuerst an die Betreiber des Forums, die uns die wunderbare Möglichkeit des Kontaktes geben und die auch sonst viele liebevolle Dinge machen, denke ich z.B. an Veranstaltungen zurück. Einen Kuss an Euch!

      Im Gegensatz zu den meisten Usern, denen es hier um Bewertungen von Dienstleistungen geht, war und ist mein Interesse viel mehr an die Betroffenen selber gebunden, an deren Weg und deren Entscheidungen. Und nebenbei sind die Text der Männer amüsant, da man selten in der realen Welt eine ehrliche Meinung hört. Alles wird in Höflichkeit und nach eigenem Interessen gefiltert .

      Darum habe ich in den letzten 15 Jahren tausende von Beiträgen in allerlei Foren geschrieben; die meisten gibt es gar nicht mehr oder sind völlig verwaist. Ich selber wandelte mich vom saugenden Verängstigem, der nicht wußte, ob so ein Weg wirklich machbar ist, hin zur Gebenden, die immer noch, wenn auch immer seltener, Menschen auf dem Weg den einen oder anderen Gedanken mitgibt.

      Ich der Summe fällt allerdings immer wieder die große Beratungsresistenz der Gruppe, ebenso wie der Anteil der verzweifelten Daueruser, deren Leben sich nur im Internet abzuspielen scheint, auf.

      Es gibt ein paar Wenige, die offen und kritisch den Foren folgten und das für sich Passende herauszogen. Diese Menschen haben alle den Weg erfolgreich abgeschlossen, haben Arbeit, sind sozial integriert und genießen das Leben. Ich habe Hunderte getroffen, aber die Zahl der wirklich Glücklichen, läßt sich an wenigen Händen abzählen.

      Der überwiegender Teil der Foristen aber waren tief in sich verzweifelte Menschen, die ihr Leben nicht in den Griff bekamen, die Vereinsamten und wirtschaftlich am untersten Ende standen. Anstatt die Probleme zu lösen und zuerst bei sich mit Veränderungen zu beginnen, anstatt der Realität ins Auge zu sehen, dass dieser Weg Grenzen hat und eben nicht jeder Mensch alles ertragen muss, und darum jeder nach seinen Möglichkeiten einen für sich geeigneten Weg zu suchen hat, suchen viele die Schuld an der eigenen Situation in der Gesellschaft, den Krankenkassen und dem Gesetzgeber. Das war und ist ein böser Fehler.

      Helfen kann man diesen Menschen nicht, denn sie kämpfen wie Don Quijote gegen Windmühlen. Sicherlich kann man langsam die Gesellschaft verändern, wie es Feministen oder Homosexuelle getan haben; aber dieser gesellschaftspolitische Weg hat wenig mit der Lösung der eigenen Probleme zu tun, weil es viel zu lange dauert. Die Früchte davon bekommt die nächste Generation, den Schaden aber auch.

      Für mich ist das Thema immer mehr durch, weil alles gesagt ist, alles dokumentiert wurde und man Unbeteiligten das Problem eh nicht erklären kann. Umso mehr sehe ich die Vorteile aus dem ganzen Scheiß, weil es so viel einfacher als für andere ist, alle Mitmenschen zu verstehen. Die gewöhnliche Frau wird Männer nie verstehen, wie der gewöhnliche Mann nie Frauen verstehen wird. Dabei ist es so einfach, jeden so sein zu lassen, wie er ist und mit jedem den Weg zu finden, mit dem man gemeinsam glücklich wird, oder aber rechtzeitig die Weichen anders zu stellen.

      Ich respektiere jeden Menschen und jede Entscheidung. Und das macht vieles so einfach, weil die Ansprüche an meine Mitmenschen gegen Null gehen. Wenn ich etwas bekomme, ist es ein Geschenk; wenn Menschen mich nicht mögen, wenn sie ablehnend, langweilig, aggressiv, geizig und phantasielos sind, dann ist das deren Problem und nicht meines. Ich für meinen Teil begrenze mich darauf, mir meine Welt mit meinen Freunden zu gestalten. Die Welt dürfen andere retten.

      Darum an dieser Stelle einen ganz lieben Kuß an alle, insbesondere die, die diesen ganzen Mist noch vor sich haben oder irgendwo mittendrin stecken. Ich drücke Euch die Daumen, dass ihr leidlich unbeschadet dort ankommt, wo ihr hin wollt!

      Und nun zu Dir Nico:

      "nico1964" schrieb:

      ...Jetzt muss ich mal eine ganz ketzerische Frage stellen: ist es etwa nicht krank, wenn ein Mensch mit einer weiblichen Seele in einem männlichen Körper leben muss bzw. umgekehrt? Ich finde schon den Gedanken krankhaft. ...

      Du mußt Dich davon verabschieden, dass Krankheiten etwas Schlimmes sind. Wir sind Sterbliche und unsere schlimmste Krankheit ist der Tod, oder auch der größte Segen. Es ist eine Frage der Betrachtung. Und nach dieser Betrachtung wird jedes kleine Wehwehchen unbedeutend. Man stirbt an keiner Krankheit, sondern an der eigenen Unvollkommenheit. Die ist leider nicht heilbar.

      Ob nun Transsexualität eine Krankheit ist und wenn ja was für eine, ob wir alle durchgeknall sind, oder nur eine kleine genetische Variante in der vielfältigen Welt darstellen, ändert gar nichts daran, dass jeder Mensch für sich mit der gegebenen Startsituation klar kommen muss. Die ist in dem einen oder anderem Fall erbärmlich, aber das reine Feststellen dieser Erbärmlichkeit ändert nichts. Schuld ist darum auch niemand anders, denn jeder hätte selber den Storch dahin lenken sollen, wo er ankommen wollte.

      "nico1964" schrieb:

      ... dann glaubt sie, das Kind ticke nicht richtig im Kopf; was sie aber in Wirklichkeit damit ausdrücken will, ist, dass das Kind sich nicht so verhält, wie sie es erwartet. ...

      Und darum verstehen wir uns so gut Nico. Auch Du hast erkannt, dass es einzig die eigenen falschen Erwartungen sind, an denen falsche Beurteilungen liegen.

      Ändern läßt sich die Welt nur, wenn man das Postive erkennt, es sucht und verstärkt und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten glücklich wird. Wen man dem Neid keine Chance gibt und mit sich glücklich wird, anstatt auf das vermeintlich Bessere zu schauen. Denn das oberflächlich Bessere hat in der Regel ganz andere tiefe schwarzer Löcher, die man gar nicht kennen will.

      Laßt Euch nicht unterkriegen, bleibt sauber, und genießt das Leben.

      Lieben Gruß
      Euer Bärbelchen
      "Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen.
      Allein um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben."

      Georg Christoph Lichtenberg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bärbel ()

    • Re: Transsexualität ist keine psychische Krankheit

      "Bärbel" schrieb:

      Einen dicken Kuss an alle.......

      Bärbel mit deinem 1000sten Beitrag hast du dich selber übertroffen! Ich denke, den Beitrag könnte man durchaus als Präambel stehen lassen!
      Ich finde dein "Rang" hier im Forum sollte ab sofort in "Spezialist(in) der obersten Güte" geändert werden!

      Freue mich schon auf die nächsten 1000 Beiträge von dir!

      Gruß Bleifisch
      Sei fröhlich und lächle, denn es hätte schlimmer kommen können!
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